Quadratisch praktisch und gar nicht mal so schlecht – die Geschichte vom Prototypen

In der grauen Theorie kann ich ganze Schrankwände in null komma nix erbauen – aber ob das in der Praxis auch so reibungslos funktioniert – das wollte ich im kleinen erproben. So habe ich kurzerhand einen kleinen Schrank geplant und Schritt für Schritt gebaut. Genau wie meine geplante Schrankwand habe ich diesen Schrank aus Möbelbauplatten und MDF hergestellt.
Die eigentliche Herausforderung stellte die Tür oder genauer gesagt das Scharnier dar. Es gibt gefühlte tausend verschiedene Scharniere, jedes mit ihren speziellen Vor- und Nachteilen. So habe ich mir dann verschiedene Bauweisen angesehen und am Ende fiel meine Wahl auf Selekta 4 von der Firma  Hettich.
Den Korpus habe ich aus Zeitgründen einfach verdübelt – dank Joint Genie war das kein Problem und schnell erledigt.
Also wieder zu der Tür: Zum übertragen der Topflochbohrung hatte ich mir seiner Zeit eine Schablone gekauft – eine MultiBlue – aber auch hier zeigt sich wieder, das die Praxis manchmal sehr spannend sein kann …. denn leider hat die Selekta 4 einen 14er Mass, welches nicht auf der MultiBlue vorhanden ist. Also musste ich die Bohrpunkte von Hand übertragen – etwas zeitaufwändig und fehlerträchtig – aber zielführend. Da meine Frässchablone für diesen Abstand auch nicht vorbereitet ist, habe ich die Löcher von Hand gebohrt. Dazu kam dann ein Forstnerbohrer zum Einsatz und brachte das nächste Problem: Das Topfloch muss 12mm tief sein und das Türblatt hat eine Stärke von 16mm … die 4mm sind leider nicht ausreichend für die Bohrerspitze , sprich die Türen haben jetzt Löcher wo keine sein sollten. Auch wieder etwas gelernt: Topfbohrungen immer fräsen und nicht per Forstnerbohrer machen. Aber die eigentliche Herausforderung kommt noch: Wie breit muss ein Türblatt sein ? Den genauen Türspalt zu berechnen ist nicht ganz trivial – aber die Praxis zeigte dann, das die Türen nicht schließen sondern klemmen …. ohne Worte.
Genau an diesen Dingen lernt man dann die kleinen Feinheiten die in keinem Datenblatt vom Hersteller drin stehen. Aber aus genau diesem Grund macht man solche Projekte ja.
Hier war dann Improvisation gefragt oder die Fähigkeit das bereits gelernte anzuwenden – kurz und gut, ich habe dann einfach die Seiten jeweils um einen Milimeter abgefräst.

Am Ende habe ich einen kleinen Schrank gebaut, der einige Mühen gekostet hat und völlig unscheinbar rumsteht. Eines ist dabei völlig sicher: Es wird nicht der letzte Prototyp sein, der durch mich das Licht der Welt erblicken wird.
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Folgende Dinge habe ich an diesem Projekt gelernt bzw. muss ich noch nachholen:
Die Scharniere sollten mit der 3. Schraube befestigt werden, damit der Türspalt konstant bleibt. Dazu ist aber die Anschaffung eines Scharnierbohrers sinnvoll.
Desweiteren sollte ich auch bei kleinen Schränken mit Verbindungsbeschlägen arbeiten, da diese durch die Spannung noch mehr Steifigkeit in den Korpus bringen.
Die Länge der Seitenteile sollte ich auf ein Vielfaches der 32mm Teilung festlegen. Damit ist dann sichergestellt das die Lochreihe zentrisch zwischen Decke und Boden verläuft und dass die Türen auch vertauscht werden können.
Frässchablone für Topflöcher an die Abmessung der Selekta Scharnier anpassen und nutze.

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