Der Lack ist (endlich) ab

Nach einigen sehr hektischen Tagen habe ich heute wieder etwas Zeit um ein paar Zeilen in meinem Blog zu schreiben.
Heute geht es um die Lackierarbeiten im Flur, genauer gesagt um die Türrahmen.

Die Farbe war schon teilweise abgeplatzt und auch nicht mehr Weiß sondern hatte schon einen tollen Gelbstich. Da der Altanstrich wirklich keinen guten Eindruck machte, war die Entscheidung diesen zu erneuern schnell gefällt. Rückblickend betrachtet war die Entscheidung vielleicht nicht die beste – es wäre sicherlich „einfacher“ gewesen die TGL-Stahlrahmen durch einen Verblendung auf DIN-Rahmen umzubauen und den Lack unberührt zu lassen.
(Hier kann man mehr dazu lesen)

Nun stellte sich die Frage: Überlackieren oder komplett erneuern ? Da der alte Lack aber schon arg abblätterte, war das Vertrauen in die Haltbarkeit nicht gegeben .. sprich: Neulackieren !

Also wenn man mit dieser Aufgabenstellung zu einem Baumarkt geht, dann bekommt man in der Regel einen Exzenterschleifer oder einen Schleifroller als Mittel der Wahl angeboten. Wenn es dann um die Dreckvermeidung geht, wird dann entweder ein Staubfangbeutel für den Schleifer verkauft oder man bekommt den Rat, den alten Lack abzubrennen.
Da bei mir der Lärmaspekt eine große Rolle spielt und das mit dem Abbrennen im Innenraum nicht wirklich gesund klingt… habe ich mich als „grobe Lösung“ für das Farbschaber-Set von Bahco entschieden.
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Das war eine sehr gute Entscheidung und wie sich noch später zeigen sollte, eine recht gesunde dazu.
Mit dem Farbschaber benötigte ich pro Rahmen ca. 30-45 Minuten. Danach war dann, bis auf die Grundierung, alles runter.
Für die Baustellenreinigung hatte ich meinen kleinen Festool-Sauger dabei ….

Irgendwie war ich aber unzufrieden – mir dauerte das einfach zu lange – und ich wollte da schneller vorankommen.
Also habe ich mal getestet wie man denn mit einem Schleifer (mit Absaugung) so zeitlich vorankommt. Dafür hat sich dann eine kleine Rotex-90 bei mir eingefunden und es ging frisch ans Werk. Rotex + Grant P40 Schleifpapier + Festool-Sauger = Laut und weniger Effektiv als der Farbschaber.
Nach einem halben Türrahmen musste ich dann einsehen das diese Kombi nicht annähernd so effektiv war,wie erhofft. Es musste also anderes Schleifgerät her, also im Internet gesucht und recherchiert.
Bei meinen Recherchen bin ich über die SupraFlex gestolpert und denke dass das eine sehr schöne Lösung wäre.

Die reinen Rotationsschleifer aus dem Hause Festool haben mich – auf dem Papier – nicht so begeistert… Das liegt zum einem an untypischen Durchmessern (115 + 180mm) und auch an der Tatsache das der Motor anscheinend nicht komplett gekapselt ist (in der Anleitung steht, das man beim schleifen von Stahl nur mit einem vorgeschalteten FI-Schutzschalter arbeiten soll).

Beim Studium der Flex-Anleitung bin ich aber über einen andere Passage gestolpert: „Die Maschine ist nicht zum schleifen von Bleifarbe geeignet !“
Bei dem Wort „Bleifarbe“ musste ich an alte Wandgemälde denken aber nicht an moderne Lacksysteme. Also habe ich die Tante google befragt und bin danach fast vom Glauben abgefallen. Erst dachte ich dass das alles ein schlechter Scherz ist … aber Nein: Bleifarbe ist ein ernstes Thema und eine ziemlich unschönes noch dazu….
Wer mehr dazu lesen möchte, der kann gerne mal folgenden Links folgen:
http://www.maler.org/bleifarbe-20118519
http://www.bgbau.de/gisbau/fachthemen/expo/doku/expoanblei.pdf

Um es kurz zu machen: Meine Farbe ist vor 1990 aufgetragen worden und somit mit Sicherheit bleihaltig. Der feine Schleifstaub oder die noch feineren Dämpfe beim abbrennen sind das Problem. Man atmet beim arbeiten eine große Menge Bleistaub ein … weiterhin lagert sich der feine Staub in der Wohnung ab und wird dann immer wieder aufgewirbelt und dann eingeatmet.
Die Empfehlung der Berufsgenossenschaft ist sehr simpel: Den Arbeitsplatz komplett mit Folie einhausen; möglichst staubarm arbeiten (Farbschaber oder Abbeizen); Schleifen nur mit Absaugung der Staubklasse M oder H; Feinstaubmaske P2/3; Schutzhandschuhe und Overall. Nach der Arbeit ist der komplette Arbeitsplatz abzusaugen und zu reinigen ….
Also musste ich meine Arbeitsweise dementsprechend anpassen: Als erstes hat der Sauger ein Update bekommen und ist nun ein Staubklasse-H Sauger (mit normalen Beuteln dann ein Staubklasse M); danach wurde eine große Menge an Kreppband und Abdeckfolie (15um) gekauft und dann wurde vor dem schleifen alles Abgedeckt/eingehaust .. nach dem schleifen wurde dann alles abgesaugt (Böden/Wände) usw…
Die Arbeitsvor- und nachbearbeitung dauerte länger als die eigentliche Arbeit …..

Was mich an diesem Thema am meisten stört, ist die Tatsache das es „verschwiegen“ wird. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und bei einigen DIY-Schleifern die Anleitungen gelesen – es gibt keinen Hinweis! Auch im Baumarkt hört man von diesem Thema nix. Und dann bringt die Firma Bosch noch einen neuen Schleifroller auf den Markt, der nicht mal ansatzweise korrekt absaugfähig ist.
Sprich: Es werden jeden Tag irgendwo Altanstriche entfernt und die Bewohner werden unwissentlich einer Gesundheitsbelastung ausgesetzt. Sicherlich wird man durch „das bisschen“ Schleifstaub was in so einer Wohnung anfällt, nicht gleich tot umfallen …. aber Langzeitschäden wird es doch geben.

Mittlerweile sind alle Rahmen abgeschliffen und morgen geht es an die ersten Lackierungen. Wenn alles gut geht, dann ist nächste Woche das Thema erledigt.

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