Musterbrettchen mit Kreidefarbe – Shabby Chic – erste Schritte

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich mit dem Beizen von Holz, um für ein Möbelprojekt die passende Farbe / Look zu finden.
Dazu habe ich Birken- sowie Eichenleimholz mit unterschiedlichen Beizen und Ölen behandelt.
Mittlerweile haben wir durch diese Methode auch schon zweit Farbtöne in die engere Endauswahl genommen.
Ich hoffte das wir dann mit der Farbauswahl fertig wären …

Meine Regierung hatte dann aber eine neue Idee: Shabby Chic.
Zeitgleich hatte ich von einem guten Freund erfahren, das er gerade erfolgreich mit Kreidefarben ein Regal streicht, und damit zufrieden ist.
Ich habe dann – seiner Empfehlung folgend – entsprechende Farbe für einen Test gekauft.

Und so konnte ich heute dann die ersten Schritte für die Testlackierung starten:

Ich habe zwei kleine Eichenholz-Stücke (der Maserung wegen) mit dem Exzenterschleifer bis auf Korn 240 hoch geschliffen.
Anschließend wurden die beiden Stücke gewässert und dann nochmal per Hand mit Korn 240 angeschliffen (damit auch die letzten Holzfasern abgenommen werden).
Und dann kam erst mal die Beize rauf. Die Hölzer sollen ja eine passende Grundfarbe haben, damit das am Ende auch gut aussieht.
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Nachdem die Beize trocken war, musste noch ein Isolieranstrich aufgetragen werden (Eiche hat Gerbsäure die durchschlägt).
Die Isolierfarbe hatte einen ziemlich starken „chemischen“ Geruch. Leider gibt es aber weder zu der Kreidefarbe noch zu der Isolierfarbe ein technisches Datenblatt oder Sicherheitsblatt.
Auf der Dose gibt es nur einige allgemeine Verarbeitungshinweise und einen VOC-Wert. Hinweise auf Pinselreinigung oder gar Inhaltsstoffe findet man keine.
Auch gibt es keine Angaben über Lichtechtheit, Ringfestigkeit oder ähnlichem. Ich werde den Hersteller zu diesem Thema noch mal anschreiben … aber vorher werde ich weiter experimentieren.
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Und nach 5 Stunden Trockenzeit wurde dann endlich die Kreidefarbe mit einer kleinen Schaumstoffrolle aufgetragen.
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Danach musste das ganze noch über Nacht trocknen um dann einen Anschliff zu erhalten. Dazu habe ich ein 180er Granat-Papier mit Handschleifklotz verwendet,
Danach sah es dann wie folgt aus:
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Als nächstes kommt dann die Oberflächenversiegelung ran.

Kleines Projekt am Rand: Ein einfacher Hochstapler / Rahmen

Ein Kollege hatte mich gebeten, ihm einen steckbaren Rahmen mit variabler Höhe zu bauen …. natürlich sollte das ganze möglichst einfach und kostengünstig sein.
Einfach und kostengünstig …. das waren wieder Projektvorgaben die vor allem eines waren: Ansichtssache.

Beim Thema „Einfach“ fiel mein Gedanke sofort auf Lamello-Clamex-Verbinder … einfach ein paar „Brettchen“ mit der Flachdübelfräse entsprechend
bearbeitet und gut ist. Man braucht dann zur Montage nur einen kleinen Inbus-Schlüssel und kann dann alle Teile schnell und fest miteinander verbinden.
Aber die Idee fand er nicht so gut, denn der Rahmen soll vor allem von seinen Kindern auf- und abgebaut werden. Und die müssten sich dann immer erst einen passenden Innensechskantschlüssel suchen …

Nach einigen Überlegungen, haben wir uns dann auf eine Lösung mit Zinken geeinigt. Diese Lösung war zwar kostengünstiger (keine Lamello-Verbinder) aber dafür in der Durchführung anspruchsvoller (gemessen an meinen Möglichkeiten).

Nun galt es noch, eine schnelle und genaue Methode zur Herstellung der Zinken zu finden:
Mein erster Versuch, die Zinken mit meiner Tauchsäge und einem selbstgebauten Anschlag zu sägen … ist leider gescheitert. Ich war ein klein wenig zu impulsiv und ein Rückschlag (der Säge) hat diesen Versuch mehr oder weniger beendet.
Danach überlegte ich mir, das ich eine Schablone für die Oberfräse bauen könnte um dann die Zinken mit einer Kopierhülse herzustellen. Diese Methode hatte nur den Nachteil, das der Zeitaufwand in keinem Verhältnis stand.
Am Ende habe ich mich dann dazu entschlossen, das ganze mit meinem Frästisch zu erledigen.
Hier stellte sich zwar ein schneller Fortschritt ein, aber das Fräsen der langen Seitenteile (1,6m) war doch schon eine kleine Herausforderung. Mein Frästisch hat momentan keine Verbreiterung … und somit war es nicht leicht,
die Seitenteile (Holz hat durchaus ein nennenswertes Gewicht) winkeltreu zu führen.
Aber irgendwann war alles vorbei und die Teile waren fertig:

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Danach noch eine kleine Steckprobe … Sitzt wackelt und hat Luft:

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