Wochendkurs Möbelbau mit Leimholz

Kurzfristig ist noch ein Platz im Kurs Möbelbau mit Leimholz freigeworden und da mich dieses Thema interessiert und ich im letzten Jahr aus beruflichen Gründen den Kurs nicht besuchen konnte – habe ich mich gleich angemeldet.

In diesem Kurs wird ein kleiner Schrank aus Buchen-Leimholz hergestellt. Dieser Schrank hat eine gefüllte Tür sowie eine einfach Schublade.

Tag1

Am ersten Tag wurde der Korpus samt Tür gebaut. Nachdem wir eine gründliche Einweisung in das Thema erhalten haben, ging es auch schon los. Heiko hatte alle Teile für den Korpus und die Tür schon zugeschnitten. Diese mussten von uns nur noch bearbeitet und verleimt werden. In diesem Projekt wurden drei verschiedene Verbindungstechniken angewendet: Flachdübel, Runddübel und Domino.

Als erstes wurden die Flachdübel-Verbindungen angebracht. Es stand unterschiedliche Maschinen zur Auswahl, so das man auch mal jenseits vom „Erfinder“ Erfahrungen sammeln konnte. Nach jedem Arbeitsschritt wurden die Teile zusammengesteckt um zu prüfen ob auch alles passt.

Danach ging es auch schon an den Frästisch. Hier wurde dann mit einem Scheibennutfräser die entsprechenden Nuten für die Rückwand gefräst.
Als nächstes wurden dann die Verbindungen für die Traversen und die Sockelblende gemacht. Für die Traversen wurden Runddübel verwendet. Dank einem Duo-Dübler konnten die entsprechenden Bohrungen sehr präzise gebohrt werden. Für die Sockelblende sollten Dominos zum Einsatz kommen. Mit der Dominofräse wurden dann die entsprechenden Löcher schnell gefräst. Auch hier wurde anschließend alles wieder zusammengesteckt.

 

Für die Tür fehlten noch die entsprechenden Nuten, also wurden diese zwischenzeitlich am Frästisch angefertigt.

Die Rahmenteile waren nur grob auf Länge geschnitten. Deswegen mussten diese dann auf der Kreissäge präzise abgeschnitten werden. Die Bohrungen für die Topfbandscharniere wurden anschließend mit einer einer einfachen Schablone und einer Oberfräse „gebohrt“.

Danach wurde dann der Korpus verleimt und verspannt. Damit war dann der erste Tag auch fast schon vorbei.

Tag 2

Am zweiten Tag ging es dann um den Schubladenbau und die Endmontage. Da man im realen Leben meistens kein auf Maß zugeschnittenes Leimholz bekommt, ging es erst mal an den Zuschnitt mit der Tischkreissäge.

Damit die einzelnen Teile auch alle die gleiche Breite und Dicke haben, mussten die nun mit einem Dickenhobel bearbeitet werden. Da sich die Teile „im ganzen“ viel einfacher schleifen lassen, wurden dann alle Teile mit einem Exzenterschleifer auf Korn 180 geschliffen.

Als nächstes wurden dann alle Nuten in die Schubladenseitenteile gefräst.Anschließend wurden dann die langen Stücken mit der Kreissäge geteilt.

Um die Seitenteile der Schubladen zu verbinden, sollten Flachdübel verwendet werden. Also durfte die Flachdübelfräse wieder zum Einsatz kommen.

Da nun ja alle Einzelteile vorbereitet waren, ging es nun an das verleimen. Beim verleimen der Tür diente der Schrankkorpus als Maß. Damit war sichergestellt das die Tür auf dem Korpus später sauber auflag und auch im „passenden“ Winkel war.

Nachdem der Leim abgebunden war, wurde die Tür montiert. Auch hier ging es nicht um „arbeiten nach Zeichnung“ sondern um „Tür passt an Korpus“. Dazu wurde das Türblatt an den Korpus angelegt (U-Scheiben als Abstandshalter) und die Löcher der Montageplatte einfach ab gebohrt. Danach wurde die Tür dann mit den entsprechenden Einstellschrauben ausgerichtet.


Mittlerweile waren auch die Schubladenrahmen fertig verleimt und so ging es auch hier an die Montage. Damit diese für den entsprechenden Korpus passend waren, wurde auch hier der Korpus als Richtmaß genommen um dann den Boden mit Schrauben zu fixieren. Danach wurden dann die Teleskopschienen montiert und die Schublade eingepasst.

Als nächstes wurde dann die Schubladenfront montiert. Diese wurde mit 2 U-Scheiben auf die Tür aufgesetzt und dann angebohrt und verschraubt.
Als letztes wurde dann der Oberboden an den Traversen verschraubt und dann der ganze Korpus außen geschliffen.

Mittlerweile ist der Schrank bei mir zu Hause angekommen. Nun gilt es nur noch einen Verwendungszweck zu finden um dann die endgültige Oberfläche sowie die Griffe anzubringen.

img_20160528_191622.jpg

Fazit

Obwohl ich schon einige Erfahrungen mit dem Möbelbau sammeln konnte, hat mir der Kurs einige neue Erkenntnisse gebracht. Allein die Arbeitsweise „passend zueinander“ anstatt „stur nach Zeichnung“ hat mich beeindruckt. Außerdem wurden viele kleine Kniffe vermittelt die einem die Arbeitsweise erleichtern.
Und natürlich hat das ganze arbeiten an diesem Wochenende sehr viel Spaß gemacht und auch die Kursorganisation war einwandfrei. Sofern Zeit und Ressourcen vorhanden sind, werde ich sicherlich noch den einen oder anderen Kurs besuchen.

Flurhängeschrank – Muster-Tür

Nachdem nun der Prototyp vom Korpus an der Wand hängt, gilt es nun die entsprechende Tür zu bauen. Es soll eine Tür in Rahmenbauweise mit einer Hochglanz-Füllung werden. Auch hier wird als erstes ein Muster gebaut, damit man mal sehen kann wie stabil das ganze dann wird. Zumal ich so eine Tür noch nicht gebaut habe.
Um den Materialaufwand gering zu halten, habe ich mich entschlossen eine fertige Glasplatte vom „Möbel-Schweden“ zu verwenden. Diese ist zwar etwas zu groß – aber für ein Muster sollte es reichen. Ich habe dem Rahmen einfach entsprechend angepasst.

Als erstes wurden Streifen (100mm)  aus Birke-Multiplex geschnitten. Dank meiner Rip-Guides gingen die schmalen Schnitte auch mit der Führungsschiene sehr präzise. Danach wurden die Streifen auf die Endmaße gekürzt.

Als nächstes mussten die Falze für die Glasscheibe gefräst werden. Ich habe mich dazu entschlossen dieses auf dem Frästisch zu machen.

Durch die Art der Fräsung war auf den kurzen Stücken noch ein wenig Nacharbeit erforderlich. Ich habe das einfach mit einer Frässchablone und der Handoberfräse (4mm Nutfräser) gemacht.

Danach habe ich die Dominos eingefräst.

wp-1463678867137.jpg

Und dann ging es auch schon an das verleimen. Auch hier musste ich meine Zwingen wieder verlängern.

Danach konnte ich testweise das Glas einlegen und der Regierung das ganze zur Endkontrolle „übergeben“.

wp-1463678794286.jpg

Flurhängeschrank – nächste Schritte

Nachdem ich nun meine ersten Versuche mit dem zu verwendenden Plattenmaterial gemacht habe, geht es nun um die Konstruktion an sich.

Wie bei allen anderen Schränken die ich bis dato gebaut habe, habe ich auch hier versucht so viel wie möglich im Vorfeld zu planen. Also wurde der Korpus sowie der gesamte Flur mittels SketchUp „modelliert“. Danach habe ich via Cutlist Plus daraus einen Schnittplan erstellt. Zur Sicherheit habe ich den Korpus dann nochmals via Dynaplan – das ist eine Software zur Berechnung von Blum-Beschlägen – geprüft.

 

Also in der Theorie sieht das ja alles ganz super aus – nur wie verhält es sich in der Praxis ? Genau dieser Frage hat mich um getrieben – so das ich mich entschlossen habe einen Prototypen zu bauen. Damit die Materialkosten nicht so schlimm sind, habe ich mich für MDF entschieden.
Um den ganzen Ablauf zu vereinfachen, habe ich mir die Teile im Baumarkt – soweit möglich – zuschneiden lassen.

Und dann ging es auch schon los …
Als erstes ging es an das auf doppeln der Keilleisten. Dazu wurden zwei 250mm breite Streifen (MDF 19mm) aufeinander verleimt und verschraubt. Während der Leim am trocknen war, habe ich mich an die Seitenteile gemacht. Dort musste nur eine Fräsung für den Kabelkanal gemacht werden. Das ging dank meiner Frässchablone sehr fix, zumal ich beide Teile auf einmal gefräst habe.

Danach musste ich doch etwas sägen. Aus dem restlichen  250mm breiten Streifen wurde der schmale Riegel für den unteren Boden gesägt.
Da dieser mit 100 mm für einen direkten Schnitt zu schmal war, wurde einfach anderes Plattenmaterial unter gelegt. Mittlerweile war auch die verleimte Keilleiste trocken und konnte aufgetrennt werden. Da mein Säge eine maximale Tiefe von 55 mm hat und die Materialstärke 38 mm betrug, war ein 45 Grad  Schnitt nicht möglich – ich habe dann einfach 40 Grad genommen.

Der eben geschnittene Riegel wurde als nächstes mit der Boden  verleimt. Das habe ich kurzerhand mit ein paar Flachdübeln gemacht.Das geht schnell und ist einfach zu bewerkstelligen.

Danach ging es dann mit den Dominos weiter. Nachdem alle Löcher angezeichnet waren, wurden diese mit der Maschine gefräst. Dann wurden die Dominos in die beiden „Böden“ ein geleimt und überschüssiger Leim abgenommen.
Nachdem der Leim abgebunden war, ging es an einen Trockenbau. Einfach mal alles zusammenstecken und staunen wenn es passt. Leider war das gar nicht so einfach aber dafür hat alles gepasst. Als nächstes wurde dann das verleimen mit dem Spanngurten geprobt.

Dann ging zum kritischen Teil über: verleimen mit Weißleim. Dieser hat ja nur eine kurze offene Zeit (~ 8 Minuten) und es muss alles recht zügig gehen. Ohne eine helfende Hand muss man sich selber helfen. So habe ich kurzerhand eine Handvoll Stützen gebastelt und alles schön mit Zwingen gesichert.Alleine das hat schon eine gefühlte Ewigkeit gedauert.

Danach konnte ich Spanngurte / Zwinge lösen und – oh Wunder – die Seitenteile einfach abziehen um diese dann zu verleimen. Das ging recht zügig und dann wurde wieder alles verspannt.

Es fehlen dann noch die Langlöcher in der Keilleiste (Wand). Dazu habe ich mir eine einfache Frässchablone gebaut und dann losgelegt. Es stellte sich dann raus, das mein Fräser zu kurz war. Also musste ich von beiden Seiten fräsen ….. Dazu habe ich dann als erstes zwei Löcher von Hand durch gebohrt, damit ich eine Orientierung hatte. In diese Löcher habe ich anschließend den Fräser eingesteckt und die Frässchablone ausgerichtet.

Zum Schluss nochmal die Löcher kontrolliert um die Wandbohrungen zu berechnen.

 

Dann musste ich erst mal wieder zum Bauhaus um passende Schrauben zu besorgen. Mit diesem bewaffnet ging es dann in den Flur – dieser musste dann aber erst mal freigeräumt werden. Anschließend ging dann der Bohrhammer los und einige Sekunden später waren dann auch die 10er Dübel in der Wand verschwunden. Mit einer kleinen Knarre wurde dann die Keilleiste an der Wand fixiert. Dann brauchte es noch eines kräftigen und motivierten Helfers der mit mir das schwere Teil einhängt. Leider hat das mit dem einhängen nicht optimal geklappt – da muss ich leider noch etwas nachbessern – , aber zu Zweit haben wir dann das Teil an die Wand bekommen.

Fazit: Der Schrank hat von den Proportionen die richtige Größe und auch meine Regierung ist mit dem Schrank zufrieden. Die Montage (Verleimen) ist alleine fast nicht zu schaffen, hier muss ich mir für den endgültigen Schrank entweder noch einen Helfer „klarmachen“ oder die Verbindungen anders ausführen.