Wagner-Festspiele in meiner Werkstatt 1. Akt

Aus meiner Verwandtschaft wurde ein etwas außergewöhnlicher Auftrag an mich heran getragen: Ich soll ein neues – möglichst mit elektronischer Steuerung versehen – Weltraumschiff bauen. Der Auftraggeber hat schon einen entsprechendes Sternen-Schiff, welches aber mit einer manuellen Steuerung ausgestattet ist. Damit ist dann genaues manövrieren etwas schwierig und anstrengend .. und deshalb soll es nun elektronisch aufgerüstet werden. Damit nun das bisherige Vehikel nicht unter der Umrüstung so leidet – haben wir beschlossen ein neues zu bauen. Wie jedes anständige Sternen-Schiff , so benötigt auch unseres eine anständige Plattform zum abheben.
Um deren Herstellung ging es letztes Wochenende. Als Material kam 18mm Birke-Multiplex zum Einsatz.

Um die Sache ganz entspannt anzugehen, musste als erstes eine Reise zum inneren Zentrum angetreten werden. Nachdem das gemacht war, ging es um das Zentrum der beiden Holzstücke. Diese wurden dann mittels Winkel und Bandmaß markiert.
Danach wurde mit einem Forstnerbohrer (40mm) ein Sackloch gebohrt. Anschließend wurde dann ein 5 mm Durchgangsloch gebohrt. Durch diese Vorgehensweise sind sowohl das 40 mm Loch als auch das 5 mm Loch genau mittig zueinander. Das dünne Loch wird nur für den Fräszirkel benötigt – das 40 mm Loch dient der späteren Aufhängung.

Um beim Kreisschneiden ausreichend Sicherheit nach unten(man möchte nicht die Werkbank beschädigen)  – sowie eine alternative Befestigungsmöglichkeit zu haben – wurde Restholz unter das Werkstück gelegt. In einem wurde dann wieder ein 5 mm Loch gebohrt.
Danach ging es an die Sichtprüfung ob irgendeine Zwinge der Frässchablone „im Weg“ steht.  Nachdem das nun getan war, wurde der erste Fräsgang gemacht und dann nochmals kontrolliert – und sieht  da … zwei Zwingen waren im Weg und mussten nochmal verändert werden.

Danach ging es dann mit der Oberfräse los, und kurze Zeit später waren die beiden Platten mit tiefen kreisrunden Nuten versehen. Ich habe extra nicht durch gefräst, da sich nach meiner Erfahrung der Kreis dann bewegen kann und es dann „Macken“ an der Kante gibt.

Es wurden ca. 3 mm Material stehen gelassen. Mit der Stichsäge wurde dann an der Nut entlang abgesägt. Mit einem Bündigfräser wurde dann die Schnittkante sauber angepasst und am Ende war dann der Kreis, als auch die Kante perfekt.

So eine Multiplex-Kante ist nicht jedermann Sache .. und bei so einem Projekt gibt es natürlich auch etwas „Spielraum zum experimentieren“. Ich wollte schon immer wissen wie man eine Kante auf einer Kreisfläche anbringt. Da ich passendes Echtholz-Kantenband habe – wollte ich das mal ausprobieren.
Einfach – pi mal Daumen – ein Stück Kantenband abgerollt und diese dann ran gehalten, markiert und dann abgeschnitten. Das war der einfache Teil, schwieriger war es dann diese dann zu spannen … Mein erster Versuch mit Kanten-Zwingen ging mal mächtig in die Hose .. also bin ich dann ganz schnell auf meinen Gurtspanner umgestiegen. Damit ging es dann schon recht gut.

Und wenn man schon so ein Probierstück hat, kann man auch gleich was anderes ausprobieren: Wie gut kann man die Kante mit der Modulfräse  (senkrecht !) „bündig“ fräsen. Das Ergebnis war etwas enttäuschend, aber nun bin ich wieder einige Erfahrungen reicher. Nachdem ich eine Seite mit der Maschine gemacht hatte, habe ich die restlichen dann einfach von Hand gemacht.

Bei der ersten Scheibe muss mir bei der Längenbestimmung ein Fehler passiert sein. Es gibt leider eine Stelle wo das Kantenband absteht. So etwas ist natürlich nicht so schön, also habe ich das korrigiert. Mittels Furniersäge habe ich die Kante aufgetrennt und wieder angeleimt..

Nun sind die beiden Scheiben – man könnte auch Räder sagen – für die weitere Verarbeitung fertig.

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