Wagner Festspiele – 2. Akt

Nachdem nun die Räder – von der Form wegen – fertig waren, ging es an die Oberflächenbehandlung. Ich wollte eine möglichst harte Oberfläche herstellen.
Zu erst ging ich der ganzen Sache mit einem mehrstufigen Schleifplan „ans Leder“.
Danach folgte dann eine erste Grundierung mit Hesse Hydro-Treppenlack.
Nach einem Zwischenschliff wurde dann die nächste Schicht aufgetragen. Diese habe ich aber mit Härter (1:10) angemischt.

Danach wurden dann die 17 mm Löcher für die Kugellager aufgebohrt .

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Einige Tage später sind die Kugellager endlich geliefert worden und es ging an die Montage der selbigen. Dummerweise zeigte sich aber, das diese nicht passten. Sprich meine Bohrungen waren ein wenig zu klein – obwohl Forstnerbohrer und Kugellager-Außenmaß gleich waren. Die Löcher mussten ein wenig geweitet werden.
Dazu habe ich erst mit dem Bohrer etwas gerührt und anschließendem von Hand etwas nachgeschliffen …

Mit leichten Hammerschlägen sind die Lager dann eingetrieben worden.

Die beiden Scheiben sollen ja möglichst leicht laufen. Aus diesem Grund sollten Kugelrollen eingearbeitet werden. Um die passenden Löcher zu fräsen, habe ich mir aus einem Restholz eine einfache Schablone gebaut. Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser .. deshalb wurde erst mal in eine Probefräsung durchgeführt.

Nachdem diese für gut befunden wurde, ging es an die endgültigen Fräsungen.

Nun wurde noch eine Befestigung für die Welle benötigt. Um die Sache einfach zu halten, habe ich mir eine einfache Klemmplatte selbst gebaut.
Sicherheitshalber habe ich gleich 3 Stück vorbereitet – man weiß ja nie.
Mittels Oberfräse, Fräszirkel und Stichsäge wurden dann schnell 3 Scheiben hergestellt. Davon habe ich dann eine eingeschnitten und mit einer Querschraube versehen. Damit konnte ich Welle befestigen.

Nun konnte ich einen ersten Probelauf machen:

Das Ergebnis ist aber noch nicht optimal. Es zeigte sich das die Kugelrollen teilweise Spiel haben.Wieso das so ist, muss ich noch ergründen. Weiterer Kritikpunkt ist der Geräuschpegel. Auch hier muss ich noch prüfen ob man eine Verbesserung hinbekommt.

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Notfalleinsatz für Doktor Woody

In der Verwandtschaft ist ein schwerer Zwischenfall passiert, der einen sofortigen Anruf der Doktor-Woody-Notfall-Nummer zur Folge hatte. Im Rahmen von Renovierungsarbeiten hat ein Hängeschrank einen ungeplanten Abflug gemacht.
So ein Hängeschrank hat ein ziemliches Eigengewicht und somit war es eindeutig ein „schwerer Notfall“. Zum Glück ist bei diesem Flugmanöver niemand verletzt worden und auch der „Schaden“ hält sich – aus meiner Sicht – in Grenzen.

Das Möbelstück ist aus Dekorspan gefertigt und der Oberboden ist zudem recht massiv ausgeführt (der Optik wegen). Das führte dann dazu, das sich alle Verbinder zwischen Oberboden und Korpus aufgelöst haben. Mit dieser Ferndiagnose ausgestattet, machte ich mich auf dem Weg den Patienten zu besichtigen.
Es zeigt sich, das die Schäden durchaus reparabel sind … aber wie bei allen größeren Frakturen so üblich, ist hier eine etwas längere Behandlung notwendig.

Als erstes habe ich den Oberboden in meine Klinik – zwecks stationärer Behandlung – überführt.

Den Seitenkanten galt meine erste OP: Mittels Leim wurde diese „wieder in Form“ gebracht. 24h stpäter konnte der Verband entfernt werden.

Als nächstes wurden dann alle ausgerissenen Löcher aufgebohrt und mit Dübeln verleimt. Nach mehren Stunden Trockenzeit wurden diese dann mit einer Dübelsäge und Handhobel eingeebnet.

Nun gilt es noch die größeren Flächen auszubessern. Dies wird die nächsten Tage mittels Holzkitt gemacht.

Da der Korpus auch ziemlich gelitten hatte, machte ich mich zu einem Hausbesuch auf. Mein Augenmerk galt auch hier, dem verfüllen der nicht mehr benötigten Löcher und dem reparieren der Korpus-Außenseite.

Nun muss die Medizin erst mal richtig wirken .. das dauert aber und benötigt etwas Zeit. In den nächsten Tagen werde ich wieder einen Hausbesuch machen und berichten.