Damit es immer an Wand lang geht: Konsolen-Fabrik

Und wieder eine „Kleinigkeit“ für mein nächstes „Ferienprojekt“ …. wobei „Kleinigkeit“ es nur bedingt trifft: „eine Menge kleiner Teile“ – passt da wohl eher !

Im Rahmen des besagten Projektes werden Wandkonsolen benötigt. Da die dortigen Klimabedingungen einen Einsatz von „verzinktem Stahl“ nicht ermöglichen, muss was beständigeres her – am besten V4A. Die Preise für fertige Wandkonsolen aus V4A sprengten aber jeglichen Rahmen – und so bin ich auf die Idee gekommen passende Konsolen aus Aluminium (AW6060) zu bauen. Diese Legierung wird als seewasserbeständig klassifiziert.
Die Konstruktion besteht aus 4 Teilen:

  • U-Profil als Wandschiene
  • Rechteck-Rohr als Träger
  • Flachprofil als Querstrebe
  • C-Profil-Schiene für Rohr schellen

Die einzelnen Teile werden mit V4A Blechschrauben verschraubt. Damit hier später kein Lochfraß stattfindet (Stichwort: elektrochemische Spannungsreihe), wurde das fertige Teil am Ende mit einem Dickschicht-Lack versehen.
Da der Arbeitsaufwand ziemlich enorm war, habe ich bei diesem Projekt von meiner geliebten Frau tatkräftige Unterstützung erhalten … zu zweit geht es halt schneller !
An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Dankeschön an meinen helfenden Engel !

Als erstes wurden alle Querstreben auf Gehrung geschnitten. Dafür musste meine kleine Proxxon Tischkreissäge ganz viele Schnitte machen. Leider habe ich von diesem Schritt keine Fotos gemacht – fragt mich nicht wieso …

Danach ging es dann an das Bohren der U-Profile. Jedes Profil hat 3 Löcher bekommen. Damit die Löcher bei allen Teilen gleich sind, habe ich mir einen einfachen Anschlag gebaut.

Nachdem nun die U-Profile gebohrt und gesenkt waren, ging es an die Rechteckrohe. Diese wurden nach der gleichen Technik gebohrt. Hier wurden insgesamt 5 Löcher gebohrt. Einfach für den Fall das man später die Profilschiene versetzen möchte oder eine Schraube abreißt.
Nachdem bohren wurden dann die Löcher von innen mit einer Feile grob entgratet.

Für die weitere Montage wurde nun eine kleine Montagehilfe benötigt. Aus Holzresten habe ich dann kurzerhand eine solche gezaubert.
Damit das Handling recht einfach wird, habe ich eine passende Nut eingefräst.

Nun ging es an die Löcher für die Verbindung der beiden Profile. Ich hatte die erste Bohrung mit 3 mm ausgeführt, musste dann aber bei der Probeschraubung feststellen das dies zu klein ist. Also habe ich dann auf 3,5 mm umgeschwenkt und damit hatten die Schrauben kein Problem mehr.
Im nächsten Schritt wurde dann auch die erste Bohrung für die Querstrebe angefertigt und diese gleich verschraubt.

Als nächstes folgte dann die Lackierung. Glücklicherweise hatte ich noch das Untergestellt von der großen Box zur Hand – dieses war eine wunderbare Abstellmöglichkeit für die lackierten Teile.
Aber dieser Teil war der anstrengendste … als erstes mussten die Teile  entfettet werden und dann anschließend in mehrere Teilschritten lackiert.

Nachdem die Farbe abgebunden hatte und alle Teile „etwas“ Farbe bekommen hatten, ging es an die letzte Bohrung / Verschraubung.
Danach wurden dann alle Schraubverbindungen nochmals mit einem Pinselstrich Farbe versehen.

IMG_9068Nachdem die eigentlichen Konsolen fertig waren, mussten nun die C-Profilschienen auf Länge gesägt werden. Diese waren aber aus V2A (nicht optimal , aber V4A war einfach nicht drin) und somit sehr hart.
Die ersten Sägeversuche habe ich mit meiner Stichsäge durchgeführt – aber trotz einem sehr robusten Sägeblatt – war das Ergebnis nicht so dolle.
Ich erinnerte mich dann an meine kleine Säbelsäge und gab dieser eine Chance. Da ich kein passendes Sägeblatt hatte, habe ich einen Probeschnitt mit dem mitgelieferten Metallblatt gemacht … das Ergebnis was noch schlechter als mit der Stichsäge, zeigte aber auch das die Säge ausreichend Power hat.
Habe dann für die Säge das passende Edelstahl-Sägeblatt gekauft und wurde dann sehr überrascht. Mit dem einem Sägeblatt konnte ich alle Schnitte machen, ohne das es Probleme gab. Das Blatt habe ich zwischen den Schnitten mit WD40 eingesprüht und ich habe wirklich „langsam“ gesägt … Die Schnitte sind wirklich sehr gut geworden.
Als letztes wurden dann die Schnittkanten mit einem Schleiffinger entgratet und dann mit der Konsole verschraubt.

Nachdem die Teile nun fertig waren, konnte ich das Untergestellt wieder demontieren. Da die Auflageflächen etwas gelitten hatten, habe ich diese einfach durch meinen Dickenhobel geschoben und habe dann Holz „wie neu“ herausbekommen.

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