Ein Tisch entstand – fast jedenfalls

Hin und wieder muss man sich etwas gutes tun und etwas Urlaub vom Alltag machen. Wenn man das ganz dann noch mit seinem Hobby verknüpfen kann – ist das noch ein besserer Kurzurlaub. Ich habe mir wieder den Luxus gegönnt einen Wochenendkurs in der Kurswerkstatt Saarland zu machen. Dieses mal ging es um den Bau eines Tisches.
Um dieses Projekt etwas anspruchsvoller zu gestalten, wurde bei diesem Projekt viel von Hand gemacht. Aus zeitlichen Gründe nicht alles – aber doch eine ausreichende Menge um gut ins schwitzen zu kommen.

Als erstes ging es an die Tischplatte. Dazu mussten die Teile gefügt werden. Wenn man – wie ich – das noch nicht von Hand gemacht hat, hatte man doch einige Zeit damit zu tun.

Wie schon geschrieben, es kamen auch Maschinen zum Einsatz um sich das Leben nicht unnötig schwer zu machen. Auch bei der Tischplatte wurde etwas nachgeholfen, genauer gesagt es wurden Flachdübel verwendet damit die Tischplatte möglichst bündig verleimt werden kann. Andernfalls wäre hier wieder ein zeitaufwändige Hobelsitzung notwendig.

Die Tischbeine sollen mit einer schönen Zinken-Verbindung versehen werden. Damit sich auch hier der Stemmaufwand etwas reduzierte, wurden vorher die größeren Flächen gefräst. Aber keine Bange, es blieb ausreichend Arbeit übrig.
Weil so ein gerades Tischbein recht langweilig ausschaut, wurden diese noch konisch zugeschnitten. Der eigentliche Schnitt wurde mit der Bandsäge gemacht – die Nacharbeit war dann wieder Handarbeit.

Was noch fehlte ist eine Zarge. Damit man sich nun beim stemmen der Zinken-Verbindung nicht „tot“-stemmt, wurden die Zargen-Elemente mit der Fräse hergestellt.
Damit auch die Zargen-Elemente nicht allzu langweilig „rüber kommen“, wurden diese mit einem Bogen versehen. Dieser wurde mit der Bandsäge grob gesägt und dann mit dem Schabhobel nachgearbeitet.

Nun musste noch die Tischplatte ordentlich geputzt werden. Wenn man dann alle Teile fertig hatte, ging es an die Endmontage / Feinarbeiten.

Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann, es sind nur die wenigsten wirklich fertig geworden. Auch ich habe nur einen „Bausatz“ mit nach Hause genommen und muss diesen noch zusammenbauen.
Es war wieder ein sehr schönes Wochenende bei Heiko und ich freue mich schon auf den nächsten Kurs bei ihm.

Wochendkurs Möbelbau mit Leimholz

Kurzfristig ist noch ein Platz im Kurs Möbelbau mit Leimholz freigeworden und da mich dieses Thema interessiert und ich im letzten Jahr aus beruflichen Gründen den Kurs nicht besuchen konnte – habe ich mich gleich angemeldet.

In diesem Kurs wird ein kleiner Schrank aus Buchen-Leimholz hergestellt. Dieser Schrank hat eine gefüllte Tür sowie eine einfach Schublade.

Tag1

Am ersten Tag wurde der Korpus samt Tür gebaut. Nachdem wir eine gründliche Einweisung in das Thema erhalten haben, ging es auch schon los. Heiko hatte alle Teile für den Korpus und die Tür schon zugeschnitten. Diese mussten von uns nur noch bearbeitet und verleimt werden. In diesem Projekt wurden drei verschiedene Verbindungstechniken angewendet: Flachdübel, Runddübel und Domino.

Als erstes wurden die Flachdübel-Verbindungen angebracht. Es stand unterschiedliche Maschinen zur Auswahl, so das man auch mal jenseits vom „Erfinder“ Erfahrungen sammeln konnte. Nach jedem Arbeitsschritt wurden die Teile zusammengesteckt um zu prüfen ob auch alles passt.

Danach ging es auch schon an den Frästisch. Hier wurde dann mit einem Scheibennutfräser die entsprechenden Nuten für die Rückwand gefräst.
Als nächstes wurden dann die Verbindungen für die Traversen und die Sockelblende gemacht. Für die Traversen wurden Runddübel verwendet. Dank einem Duo-Dübler konnten die entsprechenden Bohrungen sehr präzise gebohrt werden. Für die Sockelblende sollten Dominos zum Einsatz kommen. Mit der Dominofräse wurden dann die entsprechenden Löcher schnell gefräst. Auch hier wurde anschließend alles wieder zusammengesteckt.

 

Für die Tür fehlten noch die entsprechenden Nuten, also wurden diese zwischenzeitlich am Frästisch angefertigt.

Die Rahmenteile waren nur grob auf Länge geschnitten. Deswegen mussten diese dann auf der Kreissäge präzise abgeschnitten werden. Die Bohrungen für die Topfbandscharniere wurden anschließend mit einer einer einfachen Schablone und einer Oberfräse „gebohrt“.

Danach wurde dann der Korpus verleimt und verspannt. Damit war dann der erste Tag auch fast schon vorbei.

Tag 2

Am zweiten Tag ging es dann um den Schubladenbau und die Endmontage. Da man im realen Leben meistens kein auf Maß zugeschnittenes Leimholz bekommt, ging es erst mal an den Zuschnitt mit der Tischkreissäge.

Damit die einzelnen Teile auch alle die gleiche Breite und Dicke haben, mussten die nun mit einem Dickenhobel bearbeitet werden. Da sich die Teile „im ganzen“ viel einfacher schleifen lassen, wurden dann alle Teile mit einem Exzenterschleifer auf Korn 180 geschliffen.

Als nächstes wurden dann alle Nuten in die Schubladenseitenteile gefräst.Anschließend wurden dann die langen Stücken mit der Kreissäge geteilt.

Um die Seitenteile der Schubladen zu verbinden, sollten Flachdübel verwendet werden. Also durfte die Flachdübelfräse wieder zum Einsatz kommen.

Da nun ja alle Einzelteile vorbereitet waren, ging es nun an das verleimen. Beim verleimen der Tür diente der Schrankkorpus als Maß. Damit war sichergestellt das die Tür auf dem Korpus später sauber auflag und auch im „passenden“ Winkel war.

Nachdem der Leim abgebunden war, wurde die Tür montiert. Auch hier ging es nicht um „arbeiten nach Zeichnung“ sondern um „Tür passt an Korpus“. Dazu wurde das Türblatt an den Korpus angelegt (U-Scheiben als Abstandshalter) und die Löcher der Montageplatte einfach ab gebohrt. Danach wurde die Tür dann mit den entsprechenden Einstellschrauben ausgerichtet.


Mittlerweile waren auch die Schubladenrahmen fertig verleimt und so ging es auch hier an die Montage. Damit diese für den entsprechenden Korpus passend waren, wurde auch hier der Korpus als Richtmaß genommen um dann den Boden mit Schrauben zu fixieren. Danach wurden dann die Teleskopschienen montiert und die Schublade eingepasst.

Als nächstes wurde dann die Schubladenfront montiert. Diese wurde mit 2 U-Scheiben auf die Tür aufgesetzt und dann angebohrt und verschraubt.
Als letztes wurde dann der Oberboden an den Traversen verschraubt und dann der ganze Korpus außen geschliffen.

Mittlerweile ist der Schrank bei mir zu Hause angekommen. Nun gilt es nur noch einen Verwendungszweck zu finden um dann die endgültige Oberfläche sowie die Griffe anzubringen.

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Fazit

Obwohl ich schon einige Erfahrungen mit dem Möbelbau sammeln konnte, hat mir der Kurs einige neue Erkenntnisse gebracht. Allein die Arbeitsweise „passend zueinander“ anstatt „stur nach Zeichnung“ hat mich beeindruckt. Außerdem wurden viele kleine Kniffe vermittelt die einem die Arbeitsweise erleichtern.
Und natürlich hat das ganze arbeiten an diesem Wochenende sehr viel Spaß gemacht und auch die Kursorganisation war einwandfrei. Sofern Zeit und Ressourcen vorhanden sind, werde ich sicherlich noch den einen oder anderen Kurs besuchen.