Time to say goodbye

Für den Fall, das jemand diesen Hasen persönlich kennenlernen wollte, hier ein Typ: Schnell machen, habe das Gefühl das die Abreise kurz bevorsteht.

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abgetaucht

Ich hatte mir vor kurzem ein neues Spielzeug zugelegt – eine Tauchsäge von einem namhaften Hersteller. Damit man damit auch umgehen kann, muss man zur rechten Zeit etwas üben. Gesagt und getan – schnell zum Baumarkt und eine Möbelbauplatte gekauft. Diese habe ich dann schwupp die wupp in kleine Teile zerlegt. Mann war das ein Spass.

Später habe ich mich dann an den Gehrungsschnitt gewagt

Um die Ecke rum

muss man immer wieder und am besten im Winkel von 90 Grad. Es gibt viele kleine Details die man beim betrachten der allgegenwärtigen Gebrauchsgegenständen nicht wahrnimmt, da diese einfach zu trivial für das ungeübte Auge sind. Für den Fachmann oder ambitionierten Heimwerker ist es immer wieder eine Herausforderung etwas „rechtwinklig“ zu bauen. Das fängt beim spannen an geht weiter über den „Zuschnitt“ und endet dann beim befestigen (leimen). Bei all diesen Schritten können Fehler passieren und das Endergebnis torpedieren.

Auch ich habe mir an diesen Detail schon die Zähne ausgebissen – und genau aus diesem Grund habe ich mir jetzt rechtwinklige Spannwinkel gebaut. Damit ist es mir dann möglich das Werkstück rechtwinklig zu spannen. Meine Konstruktion ist sehr einfach: Etwas Siebdruckplatte und eine Handvoll Holzdübel plus Schrauben ….. und fertig sind die Spannwinkel.

In dem einem oder anderem Projekt werdet Ihr diese sicherlich wiederfinden.

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Der Geruch von Adrenalin und Holzstaub lag in der Luft

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Und machte Lust auf mehr – viel mehr – ganz viel mehr. Zusammen mit meinem besten Freund habe ich die Arena of Tools besucht und war doch recht begeistert oder vielleicht auch hingerissen oder noch viel mehr oder fassungslos oder ganz in meinem Element. Festool Werkzeuge in Action so mit richtig anfassen und ausprobieren und ohne Limits. Da gab es einige Aha-Effekte und die eine oder andere Anschaffung zeichnet sich am Horizont ab. Egal wie und was, ihr werdet es erfahren. So eine kleine Hausmesse gibt einem ja ganz andere Einblicke als die kurzen Tests beim Werkzeughandel – oder gar was man in Testberichten im Internet so alles erfährt. Und so waren das sehr eindrucksvolle Momente im Festool-Universum. Soviel sei schon mal verraten, die Festool Domino hat nicht nur bei mir das sabbern ausgelöst. Wie sagte doch einer der anderen Besucher: Wenn du die hast, schmeisste alle anderen Verbindungsfräsen in den Müll. Da ich noch keine Verbindungsfräse habe, spare ich beim Kauf ja noch doppelt, da ich nichts altes in Müll werfen muss.
http://www.youtube.com/watch?v=HPgSp8duyI0&feature=youtube_gdata_player

Quadratisch praktisch und gar nicht mal so schlecht – die Geschichte vom Prototypen

In der grauen Theorie kann ich ganze Schrankwände in null komma nix erbauen – aber ob das in der Praxis auch so reibungslos funktioniert – das wollte ich im kleinen erproben. So habe ich kurzerhand einen kleinen Schrank geplant und Schritt für Schritt gebaut. Genau wie meine geplante Schrankwand habe ich diesen Schrank aus Möbelbauplatten und MDF hergestellt.
Die eigentliche Herausforderung stellte die Tür oder genauer gesagt das Scharnier dar. Es gibt gefühlte tausend verschiedene Scharniere, jedes mit ihren speziellen Vor- und Nachteilen. So habe ich mir dann verschiedene Bauweisen angesehen und am Ende fiel meine Wahl auf Selekta 4 von der Firma  Hettich.
Den Korpus habe ich aus Zeitgründen einfach verdübelt – dank Joint Genie war das kein Problem und schnell erledigt.
Also wieder zu der Tür: Zum übertragen der Topflochbohrung hatte ich mir seiner Zeit eine Schablone gekauft – eine MultiBlue – aber auch hier zeigt sich wieder, das die Praxis manchmal sehr spannend sein kann …. denn leider hat die Selekta 4 einen 14er Mass, welches nicht auf der MultiBlue vorhanden ist. Also musste ich die Bohrpunkte von Hand übertragen – etwas zeitaufwändig und fehlerträchtig – aber zielführend. Da meine Frässchablone für diesen Abstand auch nicht vorbereitet ist, habe ich die Löcher von Hand gebohrt. Dazu kam dann ein Forstnerbohrer zum Einsatz und brachte das nächste Problem: Das Topfloch muss 12mm tief sein und das Türblatt hat eine Stärke von 16mm … die 4mm sind leider nicht ausreichend für die Bohrerspitze , sprich die Türen haben jetzt Löcher wo keine sein sollten. Auch wieder etwas gelernt: Topfbohrungen immer fräsen und nicht per Forstnerbohrer machen. Aber die eigentliche Herausforderung kommt noch: Wie breit muss ein Türblatt sein ? Den genauen Türspalt zu berechnen ist nicht ganz trivial – aber die Praxis zeigte dann, das die Türen nicht schließen sondern klemmen …. ohne Worte.
Genau an diesen Dingen lernt man dann die kleinen Feinheiten die in keinem Datenblatt vom Hersteller drin stehen. Aber aus genau diesem Grund macht man solche Projekte ja.
Hier war dann Improvisation gefragt oder die Fähigkeit das bereits gelernte anzuwenden – kurz und gut, ich habe dann einfach die Seiten jeweils um einen Milimeter abgefräst.

Am Ende habe ich einen kleinen Schrank gebaut, der einige Mühen gekostet hat und völlig unscheinbar rumsteht. Eines ist dabei völlig sicher: Es wird nicht der letzte Prototyp sein, der durch mich das Licht der Welt erblicken wird.
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Folgende Dinge habe ich an diesem Projekt gelernt bzw. muss ich noch nachholen:
Die Scharniere sollten mit der 3. Schraube befestigt werden, damit der Türspalt konstant bleibt. Dazu ist aber die Anschaffung eines Scharnierbohrers sinnvoll.
Desweiteren sollte ich auch bei kleinen Schränken mit Verbindungsbeschlägen arbeiten, da diese durch die Spannung noch mehr Steifigkeit in den Korpus bringen.
Die Länge der Seitenteile sollte ich auf ein Vielfaches der 32mm Teilung festlegen. Damit ist dann sichergestellt das die Lochreihe zentrisch zwischen Decke und Boden verläuft und dass die Türen auch vertauscht werden können.
Frässchablone für Topflöcher an die Abmessung der Selekta Scharnier anpassen und nutze.

Topfhelfer

Ich war natürlich in der letzten Zeit nicht untätig und habe fleißig gewerkelt. Auf meiner Liste der Schrankbau-Techniken gibt es nun einen Punkt weniger: Topfbandbohrungen anfertigen und zwar schnell und präzise mit der Oberfräse. So schnell, das man sich fragt, wieso man sich vorher mit der Bohrmaschine und Forstnerbohrer abgequält hat.
Jeder der schon mal mit der Oberfräse unterwegs war, der weiß, das man für solche Dinge im Vorfeld eine Schablone erstellen muß. Um eine solche anzufertigen ist wiederum Zeit und Mühe von nöten …. schneller geht es, wenn man eine fertige kauft. Ich bin in der Bucht über diese hier gestolpert.
Wieder ein Spitzenprodukt, mit dem man gerne arbeitet. Aber was soll ich hier weiter reden, schaut doch selbst …
Aber bevor ich hier lange Reden schreibe – seht selbst.